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Der Kampf um den Griff -
alles andere als graue Theorie


Tübingen (KEN). In Tübingen entwickelt sich eine DJB-Veranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer, für Vereinstrainer und Interessenten an Judo als Schulsport zu einer festen Größe. - Ein Bericht über die 2. Internationale Tübinger Judo-Fortbildung 2007 zu Judo an Schulen.

Freitag, den 5. Oktober, steht Fred um 13:30 Uhr mit seinem Rollkoffer vor der verschlossenen Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen. Offiziell geht es erst um 16 Uhr los, aber wenn es gilt zuzupacken, dann gehört Fred nun einmal zu den ersten, die ihre Hilfe anbieten. Tatsächlich waren die Matten in insgesamt drei Dojos bereits ausgelegt. Und das, so sollte Fred erfahren, war am Ende sogar gut so. Morgens war eine Gruppe junger italienischer Judoka eingetroffen, die in Tübingen herumirrten und Aufmerksamkeit forderten: Frühstück auf die Schnelle, Einweisung in die Jugendherberge, Begleitung zur Halle, Organisation eines Dolmetschers, falls es nötig werden sollte. Die Matten waren am Abend vorher von einer knappen Handvoll Helfer ausgelegt worden, mehrere 100 Quadratmeter für Judo als Schulsport.

Im Team geht es schneller

Als Joachim Gehrig mit Frau, Sohn und Töchterchen (noch im Maxicosy) eintrifft, geht an der Turnhalle die Post ab, und Fred kommt doch noch zum Zuge. Das Auto der Gehrigs ist bis unters Dach vollgepackt mit Essen, Getränken und Materialien, die zu einem gelungen Judo-Event beitragen würden, inklusive Sushi-Häppchen der japanischen Ehefrau eines Judofreundes. Fred ist schon bald nur noch einer von vielen Helfern, die Kameras installieren, Tische aufstellen, die ersten Teilnehmer registrieren, Kaffee, Tee, Kaltgetränke, Kuchen und belegte Brötchen ausgeben.

Und kaum, dass er sich versieht, heißt es in Dojo 1 mit über 140 Teilnehmern „Mokuso“ und „Herzlich willkommen zur 2. Internationalen Tübinger Judo-Fortbildung!“ Joachim Gehrig ist es wieder gelungen, eine Zahl beeindruckender Judo-Lehrer einzuladen. „Voll rot!“, staunt Fred Knauer noch immer, als er Hans G. Müller-Deck wieder auf der Matte sieht. Der Träger des 9. Dan ist nicht nur ehemaliger Nationaltrainer des österreichischen Judoverbandes, sondern auch ein international anerkannter Sportpädagoge.

Rot-Weiß geht es weiter: Gunter Bischof, 7. Dan, mit sehr großer Erfahrung im Judo-Schulsport sowie im Judo-Leistungssport, wird über Kumi-Kata und aktuelle Wettkampftechniken berichten.

Volker Gößling , seit seinem letzten Auftritt in Tübingen mit dem 6. Dan geehrt, ist Referent für Judo als Schulsport in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit seiner Frau, Stefanie Gößling, 4. Dan und Bundesliga-Athletin, wird er Module zu Akrobatik und Lehrmethoden anbieten.

Gastgeber Joachim Gehrig , 6. Dan, Leiter der Judo-Ausbildung am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen, steht mit „Vom selbstbestimmten Fallen zum fremdbestimmten Fallen“ im Programm.

Dr. Wolfram Streso , 5. Dan, Referent für Schulsport des Deutschen Judo-Bundes e.V., stellt unter „Judo spielen – Judo lernen“ Methoden zum Ringen und judomäßigen Raufen an der Schule vor.

Gerhard Rilling, 1. Dan, Lehrer für Sport und Biologie, ist mit einem humorvollen Beitrag über die „Soziobiologischen Aspekte des Zweikampfes“ angekündigt.

Und Pierre Schmitz, 1. Kyu Judo, 3. Dan Jiu-jitsu, würde die Teilnehmer an ein besonderes Kraft- und Koordinationstraining heranführen.

Vor dem Vergnügen die Qual der Wahl

Fred Knauer, der selbst an einer Berufsschule unterrichtet und erst „im zarten Alter“ von Mitte 40 zum Judo fand, ist soviel Lehrerfahrung auf einen Haufen eine Quelle der Inspiration. So soll es auch sein. Und er freut sich, dass er beim Judo geblieben ist, nachdem ihm vor einigen Jahren ein Anfänger bei einem Tai-otoshi so sehr ins Knie gerammt ist, dass es nach dem Grüngurt fast schon wieder vorbei war mit der neuen Passion.

Vor dem Vergnügen steht auch für Fred an diesem Freitag in Tübingen die Qual der Wahl. Das Programm zum Lehrgang enthält ein reichhaltiges Menü, und am liebsten würde er alles nehmen. Orientierung bieten ihm alte Bekannte, mit denen er mal wieder Judo machen möchte; nach 2006 ist Tübingen für ihn nahezu ein Heimspiel. Er sieht viele bekannte Gesichter und freut sich auch, dass er gemeinsam mit seinem Trainer vom SV Sillenbuch Erfahrungen machen kann, die dort gleich wieder ins Judotraining einfließen werden: „Tübingen ist in vielerlei Hinsicht eine Inspiration.“

Dazu gehört für ihn auch der Mann „ganz in Rot“, sprich mit rotem Gürtel, für den Fred ein junger Spunt sein dürfte. Hans G. Müller-Deck ist von Anfang an nur noch „der Hans“ und jemand, der trotz aller Dekorationen und Ehrungen ansprechbar geblieben ist. Fred geht gerne in seine Klasse zu „Übergänge vom Stand in den Boden“.

Im Block danach bleibt Fred unten und saugt sich nahezu voll mit „Wettkampfbezogenen Handlungskomplexen in der Bodenarbeit“. Im Dojo von Volker und Stefanie Gößling findet er prompt einen Partner, den er von der Judo-Selbstverteidigung her kennt. Tübingen – ein Markt der (Wieder-) Begegnung. Fred und Bernhard üben am Mattenrand Angriffe aus verschiedenen Bodensituationen, als ein älterer Herr in Zivil und in astreinem Kölsch ihre Anwendungen korrigiert. „Dann“, so sagt Fred, „steht der auf der Matte und coacht uns wie ein alter Hase. Vielleicht ist das für Lehrgänge dieser Art normal, aber ich bin und bleibe beeindruckt, wie hilfsbereit Judoka untereinander meistens sind.

Ob er aus Köln käme, fragt Fred seinen Coach. „Schon, aber isch bin seit 35 Jahren hier und Trainer in Schwieberdingen.“ Fred freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit dem Mann aus Kölle. Nach der ersten Judofortbildung hat es gleich einen Sommerbesuch des SV Sillenbuch mit Balingen gegeben. Wer weiß, was aus diesem Kontakt wird.

Tübingen macht Judofreundschaften möglich

Der erste Fortbildungstag endet im Tübinger Ratskeller bei Putenbrust, Steaks, Gemüse und leckeren Salaten. „All you can eat“ heißt es großzügig. Soviel Englisch kann nach zwei Judo-Einheiten hintereinander jeder und langt entsprechend zu. Auch für Fred hat sich der Ratskeller gut bewährt – nicht nur des Essens wegen, sondern auch wegen der Kontakte. „Ich verbrachte den Abend mit Freunden vom MTV aus Ludwigsburg. Und ich lernte meinen ersten Japaner auf diesem Lehrgang kennen!“

Sein „Japaner“ wohnt im gleichen Hotel, nur wenige Fahrminuten von der Geschwister-Scholl-Schule entfernt. Tatsächlich ist er Deutscher wie irgendwer, Gymnasiallehrer in Kassel, passionierter Segler – und er bindet sich einen lange abgewetzten Meistergürtel um. Ob er wirklich Japanisch spricht, kann Fred nicht überprüfen, aber es hört sich schon recht gut an. Der Kasseler reist seit Jahren in den Ferien nach Japan, um direkt im Kodokan zu trainieren.

Samstagmorgen. „Judo spielen – Judo lernen“ heißt es im Dojo 2 bei Wolfgang Streso. Der Judolehrer aus Magdeburg fädelt die Judotechniken im Stand und Boden bereits über Aufwärmspiele ein. Die Judoka in Tübingen können sehr gut nachvollziehen, dass die Schüler nach solch einer Einheit staunen, die ganze Zeit über Judo gemacht zu haben. Auch fortgeschrittene Judo-Techniken sind nach Streso ohne Judogi erlernbar. „Mir hat besonders gut gefallen“, sagt der Berufsschullehrer Fred Knauer, „dass Wolfgang den Transfer der jeweiligen Aktion in den Judosport so spielerisch erklären konnte. Das hat Spaß gemacht, zur guten Laune beigetragen und war Anlass zu so manchem Szenenapplaus.“

Der „Kampf um den Griff“ bei „Hans ganz roter Gürtel“ ist für Fred mittags dran. „Inhaltliche und methodische Aspekte“, hieß es im Untertitel. „Ich befürchtete dröges Zeug“, sagt Fred, „aber bei Hans ist Theorie alles andere als grau.“

Es wird um den Griff gekämpft, als ging es um das letzter aller Steaks im Tübinger Ratskeller. In dieses Wirrwarr bringt Hans G. Müller-Deck Ordnung und Struktur, anschauliche Beispiele und nachvollziehbare Erklärungen. Kumi-Kata, der Kampf um den Griff, ist eine Kunst. Und Hans, der den „Weg zum Top-Judoka“ geschrieben hat, auch in hohem Alter darin ein Künstler. Fred genießt die freundschaftliche Atmosphäre auf der Matte und wird gerne seinen Speicher durchsuchen, ob es da nicht irgend ein altes Judobuch gibt, das Hans noch nicht kennt. Dessen Literaturliste umfasst inzwischen viele Hundert Titel und wächst ständig weiter.

Menschenpyramiden

Während der Kampf um den Griff in Dojo 1 von Gunter Bischof mit aktuellen Wettkampftechniken fortgesetzt wird, heißt es in Dojo 2 „Menschenpyramiden bauen“.

„Akrobatik für Männer und Frauen jenseits der 50?“ – Fred tastet sich eher vorsichtig an das Modul mit Volker und Stefanie Gößling heran. Seine Altersgruppe ist nicht gerade die Standardzielgruppe in der Schule. Aber was 50 plus funktioniert, hat auch unter 20 eine Chance. Fred ist begeistert: „Wir haben gelernt, Hilfestellungen zu geben, uns an kompliziertere Belanceakte heranzutrauen. Und wir bauten tatsächlich mehrstöckige Menschenpyramiden, auf denen den Schlussstein jemand im Handstand bildete.“ Klar spielen Sicherung und Absprache eine wichtige Rolle, aber in einem wirklichen Team sind die schnell organisiert. „Am Ende solch einer Einheit in der Schule sind alle stolz und befriedet, egal wie viel Zoff vorher war“, sagt Volker Gößling.

Etwas wehmütig schaut Fred am Abend auf die Matte des Dojo 1, wo Randori-Varianten gelehrt werden. „Komm ja nicht verletzt nach Hause!, hat meine Frau gesagt.“ Fred hält sich dran. In Tübingen muss man nicht alles machen. Und er weiß, was es heißt, wenn ein alter Ringer losgelassen wird, brauner Gürtel hin oder her: „Ich nehme im Eifer des Gefechtes mehr Rücksicht auf meine Partner als auf mich selbst!“ Anregend war es für ihn dennoch, Judoka mit verbunden Augen auf der Matte zu sehen, die die Bewegungen und Absichten des Partners lediglich erfühlen konnten.

Und abends in die "Kelter"

Tatsächlich wäre es ein Stilbruch, wenn ein großartiges Programm nicht in eine stilvolle Umgebung und erlesene Speisen münden würde. Die Kelter bietet beides. Plus den Austausch über Vereins- und Verbandsgeschehen, Erfahrungen in und mit Schulen. „Das Abnehmen hebe ich mir für die Zeit nach dem Lehrgang auf“, sagt Fred und lässt sich am letzten Tag des Lehrgangs durch ein Kraft- und Konditionstraining der besonderen Art inspirieren.

Pierre Schmitz, diplomierter Sportwissenschaftler und Doktorand im Gebiet Kraft- und Koordinationstraining, stellte 2006 in Tübingen hochpreisige Muskelaufbaumaschinen vor. Doch Pierre Schmitz kann es auch günstiger und verspricht dieses Jahr ein Gegenkonzept. Nach seinem Modul ist der erprobte Krafttrainierende Fred überzeugt: „Für nur 20 Euro kann man eine ganze Judoabteilung mit der nötigen Hardware für Kraft- und Konditionstrainings ausstatten. Mit Bierdeckeln als Schläger und Tischtennisbällen bewegten wir uns durch den Raum. Der Kampf um den Sitzplatz auf einem großen Gymnastikball und viele Geschicklichkeitsspiele brachten uns alle zum Schwitzen. Ich fühle mich inspiriert!“

In der letzten Einheit trifft Fred auf einen Jiu-Jitsu-Sportler und ist auf einmal als Dolmetscher gefragt. In seinem Verein werden von Anfang an japanische Begriffe für die Wurf- und Bodentechniken genutzt, damit die sich sofort einprägen. „Aber das ist nicht überall so, und es macht Spaß, jemandem aus einer Nachbardisziplin bei der Übertragung zu unterstützen. Meine sieben Jahre Judo haben doch einiges gebracht.“

2008 zum Dritten …

Drei Tage Judo in Tübingen haben da etwas von einem Sahnehäubchen. Was hat Fred Knauer besonders beeindruckt? „Mir hat gut getan, dass die Referenten immer zugänglich und ansprechbar gewesen sind. Ich mag die freundschaftliche Atmosphäre in Tübingen und bin begeistert, was die Familie Gehrig mit ihren Judo-Freunden an Gastlichkeit und Fachkompetenz geboten hat. Schade finde ich lediglich, dass ich nicht an allen Lehrgangseinheiten teilnehmen konnte. Den Rest werde ich mir auf der Videodokumentation anschauen.“

Fred gehört zum harten Kern, der noch beim Mattenabbau hilft, bis seine Fahrgemeinschaft dann doch wieder Richtung Stuttgart muss. Judoka packen mit an und machen im Zweifelsfall sogar das Licht aus. Fred erst recht. Sein Ehrenbempel Wein, den er als Dankeschön und zur Erinnerung an die Mithilfe bei der Judo-Fortbildung überreicht bekommen habe, habe ihn aufrichtig gefreut, sagt er und wuchtet seinen Rollkoffer in den Kombi. „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!“

Fred Knauer (52), 1. Kyu Judo, unterrichtet an einer Berufsschule und nimmt an einer Ausbildung zum Selbstverteidigungs-Lehrer teil.

Peter Kensok (48), 3. Dan Judo, der Freds Eindrücke von der 2. Internationalen Tübinger redaktionell begleitet hat, ist Kommunikationstrainer in Stuttgart.




© 2007 Peter Kensok, M.A.; aus Aus Ha-Jime 4/2007 (p. 23-27)

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»Indem ich ab und zu über meinen eigenen Schatten springe, entdecke ich (von außen) neue Perspektiven zum inneren Frieden. Die Sehnsucht nach Einfachheit und Achtsamkeit bedeutet für mich, offen zu bleiben für mein Bedürfnis nach Abenteuer und Abwechslung. Indem ich dazu stehe, bin ich wirklich »echt« auf meinem Weg. Ich freue mich, wenn jemand das »Modell Igor« übernehmen mag. Statt jedoch ein »Missionar in eigener Sache« zu sein, beantworte ich vor allem Fragen, die mir tatsächlich gestellt werden. Dadurch werde ich auch ein besserer (Lebens-) Lehrer. :-) «

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